Die Assistentin

Buch und Regie: Jutta Brückner

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Buch und Regie: Jutta Brückner

Die Assistentin

Ursula Scheuner (Ende 50) ist leidenschaftliche Archäologin und ehrgeizige Direktorin des Instituts. Heimlich und ohne Genehmigung des Archäologischen Landesamtes hat sie in einem Opfermoor gegraben.

Sie hofft, durch einen spektakulären Fund dem Institut zu mehr Aufmerksamkeit und Mitteln zu verhelfen. Aber ihre Kollegen sind misstrauisch geworden. In diesem kritischen Moment taucht eine junge Frau auf, MEL (Ende 30). Sie behauptet, die angeforderte Stellvertreterin von Ursulas Assistentin zu sein. Etwas an ihr ist rätselhaft. Ursula zögert. Aber sie braucht dringend eine Verbündete. Und da Mel mit ihrem großen Hund keine Wohnung gefunden hat, überlässt sie ihr das Jugendzimmer im Haus ihrer gerade verstorbenen MUTTER. Und die beiden legen heimlich aus dem Torfblock eine großartige Moorleiche frei, der ein Arm fehlt.

ausführliche Inhaltsangabe

Die Todesursache der Mutter konnte nicht eindeutig festgestellt werden und Ursula muss auf das Ergebnis der Autopsie warten. Während sie das Haus ausräumt, geschehen hier und in ihrer Wohnung zunehmend unerklärliche Dinge. Es ist, als ob der Geist ihrer Mutter keine Ruhe findet und bisher Verborgenes ans Licht will. Und Mel erahnt Ursulas Gedanken und kennt Dinge aus ihrer Vergangenheit, die sie nicht wissen kann. Auch im Institut wächst der Druck. Ursula wird als Direktorin abgewählt, ihre Grabung ist ans Licht gekommen, und das Landesamt für Archäologie erhebt einen Anspruch auf die Moorleiche. Mel will die Moorleiche verstecken, bis die nötigen wissenschaftlichen Untersuchungen abgeschlossen sind. Ursula will noch einmal graben, um den fehlenden Arm der Moorleiche zu finden.

Aber der bisherige Weg zum Opfermoor ist blockiert und sie verirrt sich im moorigen Wald. Und mit jedem Schritt wird sie tiefer mit der Erinnerung an ein verdrängtes Trauma ihrer Jugend konfrontiert. Weil ihre Mutter sie verdächtigte, schwanger zu sein, hatte die halbwüchsige Ursula einen Selbstmordversuch gemacht. Endlich findet sie das Opfermoor. Dort steht ein Zelt. Und in ihm ist Mel. Beide finden bei ihrer Grabung den abgetrennten Arm der Moorleiche, der ein kleines Kind umklammert. Der Fund ist sensationell, aber er führt Ursula noch tiefer in die Erinnerung ihres lebenslangen Kampfes mit ihrer Mutter. Die demente Mutter beanspruchte ihre Tochter rund um die Uhr und in einem Moment totaler Überforderung hatte Ursula ihr eine beinahe tödliche Dosis an Schlaftabletten eingeflößt. Erst als die Gerichtsmedizin feststellt, dass die Mutter an einem Darmverschluss gestorben ist, ist Ursula befreit von der uneingestandenen Angst, dass sie selbst am Tod ihrer Mutter die Schuld trägt.

Doch es gibt noch ein letztes Geheimnis. Durch einen kühnen Akt verhilft Mel Ursula zu der Erkenntnis, wie sehr sie ihren Vater geliebt hat. Doch dann ist die Assistentin plötzlich verschwunden, als hätte es sie nie gegeben. Nur auf den Familienfotos findet sich ihr Bild an Ursulas Stelle. War diese Assistentin real? Oder war sie nur Ursulas Projektion? Eine Helferfigur, ein Spiegelbild und ein Stück ihres eigenen vergessenen und verdrängten Ichs? Es gibt keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Aber Ursula hat die Liebe zu ihrer Mutter endlich vom Schutt der Vergangenheit befreit.

Der Film erzählt eine komplexe Mutter-Tochter-Beziehung, in der sich Erinnerung Traum, Phantasie, Projektion und reale Momente vermischen. Auch in der Bildsprache verwischen sich die Grenzen. Mel ist immer wieder rätselhaft, aber sie hat auch immer wieder ein reales Eigenleben als eine moderne junge Frau. Die Spannung wird bis zum Ende nicht aufgelöst.

Für die Rolle der Ursula haben wir einen LOI von Corinna Harfouch, für die Rolle der Mel einen LOI von Sandra Hüller. ARTE steht treu an unserer Seite.

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