Hitlerkantate

Spielfilm 2005
35 mm, Farbe, 114 Min.

Buch und Regie: Jutta Brückner
Kamera: Thomas Mauch
Musik: Peter Gotthardt
Mit Hilmar Thate und Lena Lauzemis

Preis für Hilmar Thate als bester männlicher Darsteller auf dem International Art-House Film Festival von Batumi

Team

Buch und Regie: Jutta Brückner
Kamera: Thomas Mauch
Musik: Peter Gotthardt
Schnitt: Monika Schindler
Produktionsdesign: Elke Grundig

Produktion

Saxonia Media, Ajour-Film, Kopp-Media
In Koproduktion mit WDR/ARTE und MDR
Produzenten: Hans-Werner Honert, Klaus Schmutzer

Redaktion

Michael André (WDR), Wolfgang Voigt (MDR), Birgit Kämper (ARTE)
Gefördert von: BKM, Mitteldeutsche Medienförderung Leipzig, Medienboard Berlin-Brandenburg, Filmstiftung NRW

Cast

Hilmar Thate, Lena Lauzemis, Arnd Klawitter, Rike Schmid, Andreas Günther, Dirk Martens, Krista Stadler, Christine Schorn, Christiane Lemm, Armin Dillenberger

Festivals

Tokyo International Film Festival, Japan, Official Selection: „World Competition“
Batumi International Film Festival, Georgien, Official Selection: „World Competition“ – Award for best actor to Hilmar Thate
Montreal World Film Festival, Canada, Official Selection: „Focus on World Cinema“
Museum of Modern Art, New York, Curator Laurence Kardish, USA, Official Selection: „Cinema 2005“
Moscow International Film Festival, Russia, Official Selection: „Second World War: Glance from the 21 Century“
Denver International Film Festival 2005, USA, Official Selection: „World Cinema“
10th International Film Festival of Kerala, India, Official Selection: „Contemporary World Cinema“
21th Festival Internasional de Cine de Mar Del Plata, Argentina, Official Selection: „La Mujer & El Cine“
9th Flying Broom Women’s Film Festival from Turkey. Ankara, Official Selection: „Competition“
Jewish Eye Film Festival, Israel
Jecheon International Music & Film Festival, Seoul, Korea
14th Barcelona International Women’s Film Festival, Barcelona, Spain
Toronto Jewish Film Festival, Canada
Goethe Institut, Brussels, Belgium: Work Show of films by Director: Jutta Brueckner
Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen
Filmfestival Biberach
Filmfestival Gdynia, Polen

Credits

[Team]
Buch und Regie: Jutta Brückner
Kamera: Thomas Mauch
Musik: Peter Gotthardt
Schnitt: Monika Schindler
Produktionsdesign: Elke Grundig

[Produktion]
Saxonia Media, à jour Film, KOPPMEDA
In Koproduktion mit WDR/ARTE und MDR
Poduzenten: Hans-Werner Honert, Klaus Schmutzer

[Redaktion]
Michael André (WDR), Wolfgang Voigt (MDR), Birgit Kämper (ARTE)
Gefördert von: BKM, Mitteldeutsche Medienförderung Leipzig, Medienboard Berlin-Brandenburg, Filmstiftung NRW

[Cast]
Hilmar Thate, Lena Lauzemis, Arnd Klawitter, Rike Schmid, Andreas Günther, Dirk Martens, Krista Stadler, Christine Schorn, Christiane Lemm, Armin Dillenberger

[Festivals]
Tokyo International Film Festival, Japan, Official Selection: ”World Competition”
Batumi International Film Festival, Georgien, Official Selection: ”World Competition”
Montreal World Film Festival, Canada, Official Selection: ”Focus on World Cinema”
Museum of Modern Art, New York, Curator Laurence Kardish, USA, Official Selection: ”Cinema 2005”
Denver International Film Festival 2005, USA, Official Selection: ”World Cinema”
10th International Film Festival of Kerala, India, Official Selection: ”Contemporary World Cinema”
21th Festival Internasional de Cine de Mar Del Plata, Argentina, Official Selection: ”La Mujer & El Cine”
9th Flying Broom Womenʼs Film Festival from Turkey, Ankara, Official Selection: ”Competition”
Jewish Eye Film Festival, Israel
Jecheon International Music & Film Festival, Seoul, Korea
14th Barcelona International Womenʼs Film Festival, Barcelona, Spain
Toronto Jewish Film Festival, Canada
Goethe Institut, Brussels, Belgium: Work Show of films by Director: Jutta Brueckner
Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen
Filmfestival Biberach
Filmfestival Gdynia, Polen

Deutscher Verleih: movienet
World sales: atrix films

Hitlerkantate

Berlin 1938

Ursula, 20 Jahre alt, (Lena Lauzimis) liebt den Führer. Sie ist, wie viele der jungen Frauen, der großartigen medialen Inszenierung Hitlers auf den Leim gegangen bis zur Bewusstlosigkeit. Ihre zweite Leidenschaft ist die Musik, sie möchte Komponistin werden. Aber Hanns Broch (Hilmar Thate), Professor an der Musikhochschule, sieht ihre Bewerbungsarbeit noch nicht einmal an. Und so findet sie mit der Hilfe ihres Verlobten Gottlieb (Arndt Klawitter) eine List, um doch noch zu ihrem Ziel zu kommen: eine Kantate zu Hitlers 50. Geburtstag, komponiert von dem Professor, der sie abgelehnt hatte und der sie als Assistentin und Aufpasserin akzeptieren muss, wenn er den Auftrag haben will. In der Abgeschiedenheit eines Ferienhauses in Finnland prallen diese beiden Menschen mit ihren Gefühlen und Vorstellungen aufeinander: das junge Mädchen und der arrivierte ältere Komponist, der gern an die eigene linke Vergangenheit denkt, aber sich im 3. Reich eingerichtet hat. Es beginnt eine abgründige Liebes- und Arbeitsbeziehung, in der beide mit ihren Lebenskonflikten konfrontiert werden.

ausführliche Inhaltsangabe

Hysterie galt damals noch als Frauenkrankheit.

Schon den Zeitgenossen war Hitlers Massenwirksamkeit bei Frauen ein Rätsel. Was war so sexy an „pretty Adolf“, wie amerikanische Zeitungen sich ratlos fragten. Dass im Nationalsozialismus ein Geheimnis lag, das um die Pole von Politik, Gewalt und Sex kreiste, war früh spürbar. Schon die englischen Soldaten bezogen sich darauf, wenn sie ihr Spottlied sangen, dass Hitler nur einen Hoden habe.

Albert Speer spricht von „Hörigkeit“, die er den vernehmenden amerikanischen Offizieren so schlecht erklären konnte, weil es im englischen dafür nur den Begriff „bondage“ gibt, mit dem das Fesseln im sadomasochistischen Szenario bezeichnet wird. Aber es war genau diese versteckt masochistische Erotik, der Hitlers Anhänger und mehr noch seine Anhängerinnen verfallen waren. Eine bisher private, wenn auch massenhaft gelebte Triebkonstellation wurde im Dritten Reich zur politischen Tugend. Was hier stattfand, war die hysterische Symbiose mit dem Körper der Macht. Alle unterbundene und nur ersehnte sexuelle Ekstase ging darin ein. Hitler als ferner Star erlaubte die totale Hingabe, die in Liebesgeschichten ersehnt wird. Das ist ohne Wirklichkeitsverlust nicht zu haben.

Hitler war – wenn auch ohne E-Gitarre auf der Bühne – der erste Popstar der deutschen Geschichte.

Aber ich frage nicht nach Hitler, sondern nach denen, die sich faszinieren lassen, diesen „hysterischen“ Frauen, die am Straßenrand Politik als erotisches Heilsversprechen auf Leben und Tod erleben. Eine von ihnen ist Ursula Scheuner, 21 Jahre alt, Studentin der Musikpädagogik. Auch sie jubelt Hitler zu, läuft dem Auto nach, will ihm ihre Komposition verehren, und dann, als sein Blick sie streift, sinkt sie ohnmächtig hin. Auch sie hat einen Brief an Hitler geschrieben: “Mein geliebter Führer, wes das Herz voll ist, des fließt der Mund über. Ich weiß, dass ich Dir gehöre. Ich fühle es jeden Tag, dass meine Liebe zu Dir das Schönste und Kostbarste in meinem Leben ist. Du bist ein Teil von mir. Ich bin auf ewig Deine Braut.” Der Komponist Broch sagt, als er schon längst in einen politischen und erotischen Kampf mit ihr verstrickt ist: „Früher gingen Mädchen wie Du ins Kloster und wurden die Braut Christi.“

Das benennt etwas Richtiges. Doch Ursulas Hingabe ist nicht nur eine alte religiöse. Sie kommt auch aus der Zerrissenheit, in die die Forderung nach der „Neuen Frau“ seit den Zwanziger Jahren die jungen Frauen gestürzt hatte. Sie hatten neue Freiheiten, aber alte Pflichten. Als Ehekameradinnen, Gebärerinnen und Heldenmütter waren sie an den Herd und ans Kinderzimmer gebunden. Sie waren zum Fanatismus aufgerufen, sollten aber ihren Männern untertan sein und waren immer noch ausgeschlossen von vielen Bereichen des Lebens. Ursula Scheuner ist begabt, aber ihre Bewerbung zur Kompositionsklasse wird noch nicht einmal geöffnet, denn die alten Musikprofessoren glauben, dass Frauen singen können und Klavier spielen, aber nicht komponieren. Der Jubel vieler Frauen kam auch aus dem trotzigen Gefühl, plötzlich wichtig zu sein. In der hysterischen Liebe zum Führer, in ihren Tränen und Ohnmachten, konnten die deutschen Töchter gehorsames und revolutionäres Verhalten gleichzeitig leben und so scheinbar alle widersprüchlichen Wünsche miteinander vereinbaren.

Für das Mädchen Ursula ist Hitler aber nicht nur das Objekt eines pubertären Idealismus, der sich ein heroisches Leben ersehnt. In ihm verkörpert sich auch ihre Sehnsucht nach dem Vater, den sie nie gekannt hat, der Wunsch nach einer starken Figur, der ihren Weg ins Leben begleitet. Wer aber garantiert, dass die guten, beschützenden Väter keine Verbrecher sind? Ursula muss nicht nur das lernen, sondern auch noch eine andere Erfahrung machen. Dass nämlich eine solch öffentlich zelebrierte Liebe zu einem fernen Idol aus einer tiefen Angst und Unsicherheit kommt, was denn Liebe überhaupt sein kann. Und welchen Platz sie in einem Leben einnehmen darf, in dem man doch selbständig und frei sein will. Hitler hatte gesagt: „Wenn ich die Frauen gewinnen will, dann muss ich ihnen ein Liebesobjekt bieten.“ Er wurde für Ursula zum Objekt für ihren Hunger nach dem großen Gefühl – für ein paar Stunden und ohne verpflichtende Konsequenz. Und immer frei verfügbar in Gedanken.

Dass sie von einem SA-Mann, der für dieses Regime steht, verführt wurde, das Kind aber abtrieb, zeigt auch, dass sie klüger war, als sie wusste.

In vielen Büchern haben Frauen dieser Generation sich nach dem Kriegsende ratlos gefragt, warum sie von Hitler so fasziniert waren. Sie fühlten Schuld, sie quälten sich, aber eine Antwort auf diese Frage haben die meisten nie gefunden.

Directors statement

Am Anfang des Films standen Fragen.

Man kennt die Bilder: Scharen von Frauen jubeln Hitler verzückt zu, drängeln sich um seinen Tisch, weinen, werden ohnmächtig und werfen sich vor sein Auto. Alles in der Hoffnung, dass sie verletzt und dann von ihm gerettet werden. Ein befremdliches, hysterisches Spektakel. Was war Hitler in der Phantasie dieser Frauen: ein Geliebter, ein Vater, ein Gott?

Ein amerikanischer Offizier hat in der Reichskanzlei bündelweise Liebesbriefe gefunden, die Frauen an Hitler geschrieben haben. Frauen, die Kinder von ihm haben wollen; die abends nicht das Gartentor abschließen, damit er sie noch besuchen kommen kann. Sie schicken ihm Heiratsanträge, die er nur noch unterschreiben muss, und einige schreiben ihm, als sei er ihr Ehemann, der sich mal kurzfristig entfernt habe. Der Partei bereiteten diese Briefe Unbehagen, sie zeigten, dass die Hysterie kein zufälliges Produkt eines momentanen Wirklichkeitsverlustes war, nach dem man dann zur Ordnung zurückkehren konnte. Die NsdAP versuchte, einige der Briefschreiberinnen in Anstalten einweisen zu lassen. Offensichtlich wusste sie nicht, dass Hitler gesagt hatte: „Hass und Hysterie lenken die Geschicke der Menschheit.“

mehr

„Hitlerkantate geht dem Gefühlschaos seiner Hauptfigur ohne Vorverurteilung auf den Grund. Statt auf holzschnittartige Charaktere und geglättete Genre-Geschichtsbilder, wie sie die jüngsten deutschen Mainstream-Filme zum Thema prägten, setzt Hitlerkantate auf eine Dramaturgie irritierender Spiegelungen. Jutta Brückner hat einen in Kamera und Schnitt ambitionierten Film gedreht, der sich Zeit nimmt, Ambivalenzen aufzuspüren und neue Fragen zu Liebe und Sexualität in der Nazi-Zeit aufzuwerfen. Was bleibt ist eine beunruhigende Geschichte der Gefühle, die von der viel zu wenig erforschten Modernität der Nazis zeugt.“

– Claudia Lenssen / epd 6/06 –

„Die tatsächlich oder vermeintliche Teilhabe am Rausch der Macht beinhaltete die Bestätigung der eigenen Potenz, ein Erwecken und Erfüllen von sadomasochistischen Lustmomenten, das Delektieren an der Unterwerfung anderer und sich selbst. So wenig dieser Satz die Komplexität der damit verbundenen Vorgänge erfassen kann, so schwierig, ja gefahrvoll ist es für einen Film, das Thema gültig zu behandeln. Luchino Visconti hat es in ‚die Verdammten‘ (1968) vermocht, viele andere sind gescheitert. Nun wagt sich Jutta Brückner an diesen Diskurs und legt mit ‚Hitlerkantate‘ ein höchst achtbares Ergebnis vor. Es ist ein Werk, das sich in Geist und Gestalt von allem abhebt, was das bundesrepublikanische Kino in letzter zeit an sogenannten Geschichtsfilmen über ‚Dritte Reich‘ herausbrachte. Nichts von der Sentimentalität à la ‚Comedian Harmonists‘ der ‚Rosenstraße‘, nichts von Entschuldigungsdramaturgien, die in ‚Marlene‘ oder ‚Der Untergang‘ zu entdecken waren. ‚Hitlerkantate‘ reflektiert knapp, klar und schnörkellos über die Symbiose aus Macht und sexueller Unterordnung. Es ist ein Film zum Diskutieren, nicht zum Einfühlen und sanft Hinwegdämmern. ‚Hitlerkantate‘ ist ein kompakter, kühler, den Dialog betonender Diskurs. Jeder Satz, jede Bewegung, jeder Zwischenschnitt macht Sinn.“

– Ralf Schenk, ND vom 18. Mai 2006 –

„Jutta Brückners abgründiges Filmdrama über die psychologischen Dimensionen der Verführung und des Eros im Nationalsozialismus ist ein Publikumsereignis. Mit Finesse hat Brückner an allen Figuren in ‚Hitlerkantate‘ gefeilt. Sie sind ambivalent, gebrochen, nie nur gut oder böse, was sie so interessant macht. Neben den beeindruckenden Schauspielleistungen von Lena Lauzemis in der Rolle der Ursula und Hilmar Thate als Broch trägt die hintergründige Filmmusik mit Motiven aus der deutschen Romantik, komponiert von Peter Gotthard, zur Wirkung des Films bei. Das subtile Spiel zwischen Suggestion und analytischer Distanz hat Jutta Brückner in ihrem neuen Film meisterhaft inszeniert.“

– Susanne Gupta / fluter.de –

„Endlich ein Film über die erotischen Anteile faschistischer Verführung.  Ein Film, der nicht schulmeistert, sondern emotionale und intellektuelle Einsichten in die psychische Dimensionen des Totalitarismus vermittelt. Ein notwendiger Film.“

– Hans-Joachim Schlegel –

„Jutta Brückner’s HITLERKANTATE lässt uns  das Phänomen ‚Hitlerbegeisterung‘ verstehen.  Die Analyse der Personen ist lakonisch und nicht sentimental, und der gesellschaftliche Infantilismus wird ironisch, aber nicht ohne Mitgefühl gezeigt.“

– Naum Kleiman, Filmhistoriker und  Direkter und Kurator des russischen Filmmuseums in Moskau. –

„Obwohl man immer glaubt, dass über das III.Reich bereits alles erzählt ist, gelingt der preisgekrönten Regisseurin Jutta Brückner etwas Neues: Sie rückt die menschliche Ebene der Vergötterung und Hysterie von Frauen Hitler gegenüber in den Vordergrund…Brückners Film verschafft einen einzigartigen Einblick in die Popularität Hitlers und die Hysterie der Zeit.“

– Denver Film Society –

“A Fassbinder-esque tale of moral compromise and questioned ideals in Nazi Germany just before WWII, Jutta Bruckner’s ‘Hitler Cantata’ focuses on a jaded composer commissioned to pen a symphonic work honoring Der Fuehrer’s 50th birthday, and the young Party zealot assigned to help (and spy on) him. Intriguing and thematically ambitious … Peter Gotthardt’s original score is an important element, variously pushing forward or commenting on the action as it mimics the period’s styles in everything from chamber music to pop songs.”

– Dennis Harvey, Variety International –

„Hitlerkantate ist einer der notwendigsten Filme über den Faschismus letzthin. Es ist der Film, der uns sagt, dass das Denken in den Bildern noch nicht abgeschafft ist.“

– Georg Seeßlen in Freitag –

„Alles beginnt mit jenem zugleich unfassbaren und verbreiteten Bild: Eine junge Frau, in hingebungsvollem Entzücken, läuft neben dem Wagen des ‚Führers‘ her, bereit, wie sagt man: zu allem. Und Jutta Brückner unternimmt es in ihrem Film Hitlerkantate, in diesem deutschen Bild zu forschen und zu rumoren: Welcher Art ist die Beziehung zwischen den sexuellen Hoffnungen und dem Faschismus? Wie schreibt sich Weiblichkeit im Nationalsozialismus? Wie überlagern sich die Paranoia des zerfallenden Bürgertums und die sexuelle Politik im ‚Dritten Reich‘? Wer konstruiert da wen als ‚Objekt der Begierde‘? Welche Rolle spielt der Rassismus in der Umformung der sexuellen Ökonomie, während die ‚Judenfrage‘ aus dem Stadium der ‚Straßenexzesse‘ in das der ‚Endlösung‘ überführt wird? Wie wird, unter solchen Umständen, aus Macht Sexualität und aus Sexualität Macht? Und welche Chancen wären da, nicht mitzumachen, zu fliehen oder gar Widerstand zu leisten? Oder nur für einen richtigen Gedanken? Es gibt keine einfachen Antworten.“

– Georg Seeßlen / In: „Das Böse im Blick“ Die Gegenwart des Nationalsozialismus im Film. Edition text und kritik –

„Was für eine rasante Eröffnung! Verschwommene Schwarz-Weiß-Elemente mäandern unter den Anfangstiteln, setzen sich nach und nach zusammen, um zum donnernden Crescendo von Peter Gotthardts hervorragendem score ihr Wesen preiszugeben: ein Aufmarsch ist zu sehen. Der Führer fährt vorüber, eine junge Frau hetzt durch die Massen und möchte ihm ihre Kantate schenken. Doch sie fällt in Ohnmacht. Ein Propagandafilm, der nicht auf Zuspruch stösst: ‚Das deutsche Volk ist nicht von Sinnen‘ wird der Filmemacher Fritz gemaßregelt.” In seiner Absicht ist ‚Hitlerkantate” ehrenwert, provokant und spannend. Die Umsetzung wird jedoch einem breiten Publikum den Zugang erschweren.“

– Roman Klink –

„Dieser auch im höheren und hohen Ton souveräne Film gibt keine bündigen Botschaften. Absurdität steht im Raum Aber wie könnte es anders sein, wenn man den Irrsinn der Nazi-Ideologie angemessen ins Bild setzen will.“

– Ekkehard Knörer in taz –

„Mit ihrem Film Hitlerkantate ist der Regisseurin etwas im deutschen Kino sehr Seltenes gelungen: ein Film, der von der Suggestivkraft des Nationalsozialismus erzählt, ohne sich untergründig mit dessen Ästhetik gemein zu machen.“

– Benjamin Moldenhauer in ray –

„Gibt es so etwas wie eine Erotik des Faschismus? Jutta Brückner spürt sie in der fiktiven Vita einer Nazianhängerin auf und liefert einen Film, dessen Reflexionsniveau deutlich über dem der in den letzten Jahren grassierenden Hitler-Historienmalerei liegt.

Jutta Brückner schärfte als Regieprofessorin an der Berliner Universität der Künste über Jahre ihren filmanalytischen Blick. Die Nazipropaganda interessiert sie, die darin peinlich offensichtliche, bis heute tabuisierte Begeisterung der Frauen für Hitler. Dieser dokumentarische Kern inspirierte sie zu Hitlerkantate, einer fiktiven Geschichte aus den Dreißiger Jahren.
Brückners Protagonistin erscheint anfangs eingeblendet in eine zeitgenössische Dokumentarszene, bevor der Film das individuelle Drama, einer Geschichte der Verblendung und Desillusionierung entfaltet. Ursula, eine ehrgeizige junge Musikerin (von Lena Lauzemis spröde und voller Inbrunst gespielt), schwärmt für Hitler. Sie will ihm eine selbst komponierte Hymne überreichen, durchbricht die Absperrung der SA-Männer und fällt genau in dem Moment in Ohnmacht, als der Abgott der Deutschen in der offenen Limousine vorüberrauscht. Hitler, suggeriert die Szene, war ein Popstar seiner Zeit. Warum setzte er solche Ekstasen frei? Hitlerkantate geht dem Gefühlschaos seiner Hauptfigur ohne Vorverurteilung auf den Grund. Es gab ein Potential an Sinnlichkeit und Faszination, so die These, das Frauen wie Ursula als Versprechen empfanden, das von den Nazis herausgefordert und um jeden Preis kontrolliert werden sollte.

Ursula soll den skeptischen Musikprofessor Broch dazu animieren, eine Propaganda-Kantate Zu Hitlers Geburtstag zu komponieren. Der Auftrag bedeutet ihr alles: die musikalische Herausforderung, die Bewährung vor ihrer großen Idee und schließlich die Nähe zu einem erotisch besetzten Übervater. Ursula reist mit Broch (Hilmar Thate: leider mit bedeutungsschwerem Theatergesicht) in Klausur in ein finnisches Haus (von Thomas Mauchs Kamera in langen Fahrten und in verschatteten low-key-Szenen zur großen Bühne für ein Kammerspiel stilisiert), verliebt sich in den eitlen, politisch weitsichtigen, aber opportunistischen Zyniker und wird am Ende fallengelassen. Auch ihre Heirat mit einem SS-Karrieristen scheitert, weil die glühende Hitler-Anhängerin ihre Abstammung nach den Maßregeln der Rassegesetze nicht klären kann.

Statt auf holzschnittartige Charaktere und geglättete Genre-Geschichtsbilder, wie sie die jüngsten deutschen Mainstreamfilme zum Thema prägten, setzt ‚Hitlerkantate‘ auf eine Dramaturgie irritierender Spiegelungen. Eine junge Jüdin im Untergrund, die dem Nazi-Mädchen Ursula aufs Haar gleicht, wird etwa von einem subversiven Kameramann ins Wochenschaumaterial eingeschleust und lächelt als Inkarnation des völkischen Ideals von der Leinwand.

Jutta Brückner hat einen in Kamera und Schnitt ambitionierten Film gedreht, der sich Zeit nimmt, Ambivalenzen aufzuspüren und neue Fragen zu Liebe und Sexualität in der Nazizeit aufzuwerfen, gelegentlich etwas zu konstruiert und thesenhaft. ‚Hitlerkantate‘ ist ein sperriger Film, der die Hysterie seiner Figuren nicht denunziert. Was bleibt ist eine beunruhigende Geschichte der Gefühle, die von der viel zu wenig erforschten Modernität der Nazis zeugt.“

– Claudia Lenssen –

„Spätestens seit den 1970-er Jahren bieten Literatur und Film diverse Exkurse in das Phänomen der erotisch determinierten Anziehungskraft Hitlers und seiner ‚Bewegung‘ an. Nachgeborene können kaum noch verstehen und auch Zeitgenossen des ‚Dritten Reiches‘ vermögen nur schwer auf den Punkt zu bringen, dass die millionenfache Selbsteingliederung in nationalsozialistische Exerzitien und Verbrechen eben auch sexuelle Dimensionen aufwies. Die tatsächliche oder vermeintliche Teilhabe am Rausch der Macht beinhaltete die Bestätigung der eigenen Potenz, ein Erwecken und Erfüllen von sadomasochistischen Lustmomenten, das Delektieren an der Unterwerfung anderer und sich selbst.

So wenig dieser Satz die Komplexität der damit verbundenen Vorgänge erfassen kann, so schwierig, ja gefahrvoll ist es für einen Film, das Thema gültig zu behandeln. Luchino Visconti hat es in ‚Die Verdammten‘ (1968) vermocht, viele andere sind gescheitert. Nun wagt sich Jutta Brückner, eine herausragende Exponentin des deutschen ‚feministischen Kinos‘, an diesen Diskurs und legt mit ‚Hitlerkantate‘ ein höchst achtbares Ergebnis vor.

Es ist ein Werk, das sich in Geist und Gestalt von allem abhebt, was das bundesrepublikanische Kino in letzter Zeit an so genannten Geschichtsfilmen übers ‚Dritte Reich‘ herausbrachte. Nichts von der Sentimentalität à la ‚Comedian Harmonists‘ oder ‚Rosenstraße‘, nichts von Entschuldungsdramaturgien, die in ‚Marlene‘ oder ‚Der Untergang‘ zu entdecken waren. ‚Hitlerkantate‘ reflektiert knapp, klar und schnörkellos über die Symbiose aus Macht und sexueller Unterordnung. Es ist ein Film zum Diskutieren, nicht zum Einfühlen und sanft Hinwegdämmern. … ‚Hitlerkantate‘ ist ein kompakter, kühler, den Dialog betonender Diskurs. Jeder Satz, jede Bewegung, jeder Zwischenschnitt macht Sinn. Zugleich verfremdet Jutta Brückner das Material, indem sie die Farben entsättigt und den schwarzweißen originalen Dokumentarszenen anpasst, die ihre Geschichte unterfüttern. Bestimmte Gesichter oder Landschaften sind farblich herausgehoben: ein Experiment auf der Basis neuer digitaler Bearbeitungstechnik. Ob dieser Film allerdings wenigstens jene Zuschauer erreicht, die sich noch für intellektuell anspruchsvolles Kino begeistern können, ist fraglich: Der Verleih Movienet startet ‚Hitlerkantate‘ mit ganzen zwei Kopien!“

– Ralf Schenk –

„Die Geschichte klingt ein bisschen unfassbar, betont dauern ihre eigene Konstruiertheit und entrollt sich vor unseren Augen mit Humor und den eindrucksvollen Bildfindungen des Kameramannes Thomas Mauch. Hilmar Thate spielt mit atemberaubender Präzision und repräsentiert etwas Väterlich-Bohèmhaftes, das allerlei Anlehnungsfantasien provoziert. Die Trugbilder der weibliche Autonomie und bedingungsloser Hingabe bleiben historisch vermittelt. Die innere Logik hinter den wilden Drehungen der Geschichte entwickelt sich jedoch durch die von Peter Gotthardt komponierte diegetische Musik. ‚Die Musik ist klüger als die beiden Helden. Zum Schluß gibt es eine Zwölftonreihe. Wenn sich beide wie geschlagene Krieger am Klavier einfinden, sind sie musikalisch in der Moderne angekommen. Während draußen auf der Straße zu Hitlers Geburtstag noch Politik nach dem Wagnersound gemacht wird, haben sie das Erlebnis des Scheiterns schon hinter sich, das die anderen Deutschen noch vor sich haben,‘ sagt die Regisseurin.“

– Madeleine Bernstorff –

„Am Straßenrand stehen Hunderte von kreischenden Mädchen; sie jubeln und schreien; sie schwenken Fahnen und Präsente und fallen reihenweise – vor Euphorie und Erschöpfung gleichermaßen – in Ohnmacht. Schon die Eingangsszene von Hitlerkantate weist darauf hin, dass es dem Film weniger um die politischen Dimensionen, als vielmehr um die Führerpersönlichkeit und ihre emotionale Wirkung geht. So ist nicht der Held im Widerstand die Hauptfigur des Films von Regisseurin und Drehbuchautorin Jutta Brückner, sondern eine junge Frau, groß, schlank, blond und blauäugig, die ihr Leben vollständig der nationalsozialistischen Ideologie untergeordnet hat. Am Beispiel der Ursula Scheuner zeigt Brückner, dass sich die Liebe zum Führer durch persönliche Erfahrungen – bis hin zum Verrat – verändern, jedoch niemals völlig ausgelöscht werden kann. Ursula ist hin- und hergeworfen zwischen Leidenschaft, persönlicher Freiheit und Bürgerpflicht, was der Film nicht zuletzt durch seine Bildästhetik zeigt: Die Szenen im nationalsozialistischen Berlin sind hauptsächlich in den Farben der Reichsfahne gefilmt und erzeugen eine kalte Nüchternheit. Sie kontrastieren mit den bunten Aufnahmen im finnischen Landhaus und dem historischen Filmmaterial in Schwarz-Weiß beispielsweise von den Umzügen zu Hitlers 50. Geburtstag, welche einerseits Freiheit und natürliche Leidenschaft suggerieren und andererseits die Begeisterung der Bevölkerung für den Führer zeigen. Und wie Ursula selbst ist auch die Liebesbeziehung der Schülerin zum Lehrer geprägt vom ständigen Kampf zwischen der gegenseitigen Liebe und tiefen moralischen und ideologischen Überzeugungen.“

– Verena Kolb –

„‚Hitlerkantate‘ von Regisseurin und Drehbuchautorin Jutta Brückner beleuchtet das Dritte Reich einmal aus der Perspektive einer jungen Frau. Sie ist blond, hat blaue Augen und den Judenhass gründlich verinnerlicht. Der Führer ist ihr größter Schwarm, am liebsten würde sie sich ihm auch körperlich hingeben. ‚Hitlerkantate‘ widmet sich auf sehr spannende Weise der Aufbruchsstimmung, die sich im Führerkult entzündete. Selten wird man so ungefiltert damit konfrontiert, wie die Menschen damals dachten…. Das Interessanteste an diesem Film ist die durchgehende Spannung, die einen direkt in den Strudel der damaligen Zeit hineinzuziehen vermag. Wie kann das ein Film schaffen, der so theaterhaft, symbolträchtig, kontemplativ daherkommt? Zum einen ist es der Verzicht auf pädagogische Distanz. Jutta Brückner lässt die Figuren lieber authentisch sprechen, etwa wenn Gottliebs Vorgesetzter dessen Einwand, ‚Unsere Ehre heißt Treue‘, damit kontert, das gelte mehr für Deutschland, als für Ursula. Zum anderen sind es die suggestiv komponierten Nahaufnahmen, die Gefühle direkt ansprechen: zum Beispiel die Szene, in der einer Frau die Perlenkette auf den Treppen eines Nazigebäudes reißt und die Perlen kullern… vor das Hakenkreuz. Broch, der als zerrissener, kopflastiger Charakter die schwächste Rolle im Film hat, will Ursula zu seiner abgründigen Muse machen. Einerseits entspricht das der geschichtlichen Wahrheit der Verführung, andererseits aber wäre es nicht nötig gewesen, aus dem blutleeren, in die eigene Innerlichkeit vernarrten Bühnencharakter auch noch den Schürzenjäger zu machen. … Auch die theaternahe Inszenierung wirkt zwiespältig: Dem rauschhaften Zeitgeist kommt sie erstaunlich entgegen. Aber sie lässt auch auf Distanz zu den aufgeputschten Liebesaffären gehen. Gegen Ende schimmert vielleicht dann doch etwas zu viel von Jutta Brückners eigener Geschichtsdeutung durch. Der naiven Ursula wird ein feministischer Schnellkurs verpasst. Aber selbst das tut der Faszination, die dieser um emotionale Analyse bemühte Film ausstrahlt, kaum Abbruch.“

– Bianka Piringer in cinefacts –

Kritik

Hysterische Symbiose mit der Macht

Wenn die Musik klüger als die Helden ist: Jutta Brückner hat mit ‚Hitlerkantate‘ einen Film über die erotischen Anteile faschistischer Verführung gedreht

„Es ist wieder Frühling, und wieder gibt es einen Film über den Nationalsozialismus. Aber dieses Mal geht es nicht um das Gespenstische, das Parodistische oder um distanzlose Monumentalregression, sondern um den hysteroiden Mehrwert, der Millionen deutsche Frauen in Verzückung geraten ließ angesichts eines immer viel zu laut schreienden Politikers.

Das alles klingt ein bisschen unfassbar, thematisiert dauernd seine eigene Konstruiertheit und entrollt sich vor unseren Augen mit Humor und den eindrucksvollen Bildfindungen des Kameramanns Thomas Mauch. ….Hilmar Thate spielt mit atemberaubender Präsenz und repräsentiert etwas Väterlich-Bohèmehaftes,

Die Trugbilder weiblicher Autonomie, bedingungsloser Hingabe bleiben historisch vermittelt…..Die Drehorte, etwa die von Werner March gebaute jugoslawische Botschaft am Tiergarten, markieren die andauernde Präsenz steingewordener Machtinszenierungen. Die innere Logik der Geschichte entwickelt sich jedoch durch die von Peter Gotthardt komponierte, diegetische Musik: ‚Die Musik ist klüger als die beiden Helden.‘“

– Madeleine Bernstorff / taz vom 20.5.2006 –

„Die Thematisierung der Anziehung, die Adolf Hitler auf das deutsche Volk ausgeübt hat, führt auf dünnes Eis. Die Berliner Regisseurin Jutta Brückner hat mit ihrem neuen Spielfilm ‚Hitlerkantate‘, der nun in die Kinos kommt, den Schritt gewagt….. In ‚Hitlerkantate‘, einer fiktiven Geschichte aus den dreißiger Jahren, geht Jutta Brückner dieser zwiespältigen, bis heute tabuisierten Gefühlslage auf den Grund. Es muss ein Potential von Sinnlichkeit und Faszination gegeben haben, das die Frauen jener Zeit als Versprechen empfanden und das die Nazis mit massiver Disziplinierung beantworteten… Mit den Mitteln eines komplexen Kammerspiels schildert ‚Hitlerkantate‘, wie die junge Frau zur Gefangenen ihres pubertären Glaubens wird. Ursula – von der Nachwuchsschauspielerin Lena Lauzemis in einer Mischung von sprödem Trotz und glühender Inbrunst verkörpert – macht ihr Weltbild zu einer Kampfansage. Jutta Brückner hat einen in Kamera und Schnitt ambitionierten Film gedreht, der sich Zeit nimmt, ambivalente Gefühlswelten hinter den Nazi-Stereotypen aufzuspüren. Hilmar Thate spielt den alternden Komponisten als eitlen, politisch weitsichtigen aber auch opportunistischen Zyniker. ‚Hitlerkantante‘ ist ein sperriger kleiner Film, der die Schwärmerei und Hysterie seiner Figuren schildert, ohne sie zu denunzieren. Was bleibt, ist eine beunruhigende Geschichte der Gefühle, die von der viel zu wenig erforschten Modernität der Nazis zeugt. Wie sie Gefühle manipulierten, ist mit dem Ende Hitlers nicht aus der Welt verschwunden.“

Claudia Lenssen / Deutschlandfunk „Kultur heute“,18.5.

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„Hitlerkantate geht dem Gefühlschaos seiner Hauptfigur ohne Vorverurteilung auf den Grund. Statt auf holzschnittartige Charaktere und geglättete Genre-Geschichtsbilder, wie sie die jüngsten deutschen Mainstream-Filme zum Thema prägten, setzt Hitlerkantate auf eine Dramaturgie irritierender Spiegelungen. Jutta Brückner hat einen in Kamera und Schnitt ambitionierten Film gedreht, der sich Zeit nimmt, Ambivalenzen aufzuspüren und neue Fragen zu Liebe und Sexualität in der Nazi-Zeit aufzuwerfen. Was bleibt ist eine beunruhigende Geschichte der Gefühle, die von der viel zu wenig erforschten Modernität der Nazis zeugt.“

– Claudia Lenssen / epd 6/06 –

„Die tatsächlich oder vermeintliche Teilhabe am Rausch der Macht beinhaltete die Bestätigung der eigenen Potenz, ein Erwecken und Erfüllen von sadomasochistischen Lustmomenten, das Delektieren an der Unterwerfung anderer und sich selbst. So wenig dieser Satz die Komplexität der damit verbundenen Vorgänge erfassen kann, so schwierig, ja gefahrvoll ist es für einen Film, das Thema gültig zu behandeln. Luchino Visconti hat es in ‚die Verdammten‘ (1968) vermocht, viele andere sind gescheitert. Nun wagt sich Jutta Brückner an diesen Diskurs und legt mit ‚Hitlerkantate‘ ein höchst achtbares Ergebnis vor. Es ist ein Werk, das sich in Geist und Gestalt von allem abhebt, was das bundesrepublikanische Kino in letzter zeit an sogenannten Geschichtsfilmen über ‚Dritte Reich‘ herausbrachte. Nichts von der Sentimentalität à la ‚Comedian Harmonists‘ der ‚Rosenstraße‘, nichts von Entschuldigungsdramaturgien, die in ‚Marlene‘ oder ‚Der Untergang‘ zu entdecken waren. ‚Hitlerkantate‘ reflektiert knapp, klar und schnörkellos über die Symbiose aus Macht und sexueller Unterordnung. Es ist ein Film zum Diskutieren, nicht zum Einfühlen und sanft Hinwegdämmern. ‚Hitlerkantate‘ ist ein kompakter, kühler, den Dialog betonender Diskurs. Jeder Satz, jede Bewegung, jeder Zwischenschnitt macht Sinn.“

– Ralf Schenk, ND vom 18. Mai 2006 –

„Jutta Brückners abgründiges Filmdrama über die psychologischen Dimensionen der Verführung und des Eros im Nationalsozialismus ist ein Publikumsereignis. Mit Finesse hat Brückner an allen Figuren in ‚Hitlerkantate‘ gefeilt. Sie sind ambivalent, gebrochen, nie nur gut oder böse, was sie so interessant macht. Neben den beeindruckenden Schauspielleistungen von Lena Lauzemis in der Rolle der Ursula und Hilmar Thate als Broch trägt die hintergründige Filmmusik mit Motiven aus der deutschen Romantik, komponiert von Peter Gotthard, zur Wirkung des Films bei. Das subtile Spiel zwischen Suggestion und analytischer Distanz hat Jutta Brückner in ihrem neuen Film meisterhaft inszeniert.“

– Susanne Gupta / fluter.de –

„Endlich ein Film über die erotischen Anteile faschistischer Verführung.  Ein Film, der nicht schulmeistert, sondern emotionale und intellektuelle Einsichten in die psychische Dimensionen des Totalitarismus vermittelt. Ein notwendiger Film.“

– Hans-Joachim Schlegel –

„Jutta Brückner’s HITLERKANTATE lässt uns  das Phänomen ‚Hitlerbegeisterung‘ verstehen.  Die Analyse der Personen ist lakonisch und nicht sentimental, und der gesellschaftliche Infantilismus wird ironisch, aber nicht ohne Mitgefühl gezeigt.“

– Naum Kleiman, Filmhistoriker und  Direkter und Kurator des russischen Filmmuseums in Moskau. –

„Obwohl man immer glaubt, dass über das III.Reich bereits alles erzählt ist, gelingt der preisgekrönten Regisseurin Jutta Brückner etwas Neues: Sie rückt die menschliche Ebene der Vergötterung und Hysterie von Frauen Hitler gegenüber in den Vordergrund…Brückners Film verschafft einen einzigartigen Einblick in die Popularität Hitlers und die Hysterie der Zeit.“

– Denver Film Society –

“A Fassbinder-esque tale of moral compromise and questioned ideals in Nazi Germany just before WWII, Jutta Bruckner’s ‘Hitler Cantata’ focuses on a jaded composer commissioned to pen a symphonic work honoring Der Fuehrer’s 50th birthday, and the young Party zealot assigned to help (and spy on) him. Intriguing and thematically ambitious … Peter Gotthardt’s original score is an important element, variously pushing forward or commenting on the action as it mimics the period’s styles in everything from chamber music to pop songs.”

– Dennis Harvey, Variety International –

„Hitlerkantate ist einer der notwendigsten Filme über den Faschismus letzthin. Es ist der Film, der uns sagt, dass das Denken in den Bildern noch nicht abgeschafft ist.“

– Georg Seeßlen in Freitag –

„Alles beginnt mit jenem zugleich unfassbaren und verbreiteten Bild: Eine junge Frau, in hingebungsvollem Entzücken, läuft neben dem Wagen des ‚Führers‘ her, bereit, wie sagt man: zu allem. Und Jutta Brückner unternimmt es in ihrem Film Hitlerkantate, in diesem deutschen Bild zu forschen und zu rumoren: Welcher Art ist die Beziehung zwischen den sexuellen Hoffnungen und dem Faschismus? Wie schreibt sich Weiblichkeit im Nationalsozialismus? Wie überlagern sich die Paranoia des zerfallenden Bürgertums und die sexuelle Politik im ‚Dritten Reich‘? Wer konstruiert da wen als ‚Objekt der Begierde‘? Welche Rolle spielt der Rassismus in der Umformung der sexuellen Ökonomie, während die ‚Judenfrage‘ aus dem Stadium der ‚Straßenexzesse‘ in das der ‚Endlösung‘ überführt wird? Wie wird, unter solchen Umständen, aus Macht Sexualität und aus Sexualität Macht? Und welche Chancen wären da, nicht mitzumachen, zu fliehen oder gar Widerstand zu leisten? Oder nur für einen richtigen Gedanken? Es gibt keine einfachen Antworten.“

– Georg Seeßlen / In: „Das Böse im Blick“ Die Gegenwart des Nationalsozialismus im Film. Edition text und kritik –

„Was für eine rasante Eröffnung! Verschwommene Schwarz-Weiß-Elemente mäandern unter den Anfangstiteln, setzen sich nach und nach zusammen, um zum donnernden Crescendo von Peter Gotthardts hervorragendem score ihr Wesen preiszugeben: ein Aufmarsch ist zu sehen. Der Führer fährt vorüber, eine junge Frau hetzt durch die Massen und möchte ihm ihre Kantate schenken. Doch sie fällt in Ohnmacht. Ein Propagandafilm, der nicht auf Zuspruch stösst: ‚Das deutsche Volk ist nicht von Sinnen‘ wird der Filmemacher Fritz gemaßregelt.” In seiner Absicht ist ‚Hitlerkantate” ehrenwert, provokant und spannend. Die Umsetzung wird jedoch einem breiten Publikum den Zugang erschweren.“

– Roman Klink –

„Dieser auch im höheren und hohen Ton souveräne Film gibt keine bündigen Botschaften. Absurdität steht im Raum Aber wie könnte es anders sein, wenn man den Irrsinn der Nazi-Ideologie angemessen ins Bild setzen will.“

– Ekkehard Knörer in taz –

„Mit ihrem Film Hitlerkantate ist der Regisseurin etwas im deutschen Kino sehr Seltenes gelungen: ein Film, der von der Suggestivkraft des Nationalsozialismus erzählt, ohne sich untergründig mit dessen Ästhetik gemein zu machen.“

– Benjamin Moldenhauer in ray –

„Gibt es so etwas wie eine Erotik des Faschismus? Jutta Brückner spürt sie in der fiktiven Vita einer Nazianhängerin auf und liefert einen Film, dessen Reflexionsniveau deutlich über dem der in den letzten Jahren grassierenden Hitler-Historienmalerei liegt.

Jutta Brückner schärfte als Regieprofessorin an der Berliner Universität der Künste über Jahre ihren filmanalytischen Blick. Die Nazipropaganda interessiert sie, die darin peinlich offensichtliche, bis heute tabuisierte Begeisterung der Frauen für Hitler. Dieser dokumentarische Kern inspirierte sie zu Hitlerkantate, einer fiktiven Geschichte aus den Dreißiger Jahren.
Brückners Protagonistin erscheint anfangs eingeblendet in eine zeitgenössische Dokumentarszene, bevor der Film das individuelle Drama, einer Geschichte der Verblendung und Desillusionierung entfaltet. Ursula, eine ehrgeizige junge Musikerin (von Lena Lauzemis spröde und voller Inbrunst gespielt), schwärmt für Hitler. Sie will ihm eine selbst komponierte Hymne überreichen, durchbricht die Absperrung der SA-Männer und fällt genau in dem Moment in Ohnmacht, als der Abgott der Deutschen in der offenen Limousine vorüberrauscht. Hitler, suggeriert die Szene, war ein Popstar seiner Zeit. Warum setzte er solche Ekstasen frei? Hitlerkantate geht dem Gefühlschaos seiner Hauptfigur ohne Vorverurteilung auf den Grund. Es gab ein Potential an Sinnlichkeit und Faszination, so die These, das Frauen wie Ursula als Versprechen empfanden, das von den Nazis herausgefordert und um jeden Preis kontrolliert werden sollte.

Ursula soll den skeptischen Musikprofessor Broch dazu animieren, eine Propaganda-Kantate Zu Hitlers Geburtstag zu komponieren. Der Auftrag bedeutet ihr alles: die musikalische Herausforderung, die Bewährung vor ihrer großen Idee und schließlich die Nähe zu einem erotisch besetzten Übervater. Ursula reist mit Broch (Hilmar Thate: leider mit bedeutungsschwerem Theatergesicht) in Klausur in ein finnisches Haus (von Thomas Mauchs Kamera in langen Fahrten und in verschatteten low-key-Szenen zur großen Bühne für ein Kammerspiel stilisiert), verliebt sich in den eitlen, politisch weitsichtigen, aber opportunistischen Zyniker und wird am Ende fallengelassen. Auch ihre Heirat mit einem SS-Karrieristen scheitert, weil die glühende Hitler-Anhängerin ihre Abstammung nach den Maßregeln der Rassegesetze nicht klären kann.

Statt auf holzschnittartige Charaktere und geglättete Genre-Geschichtsbilder, wie sie die jüngsten deutschen Mainstreamfilme zum Thema prägten, setzt ‚Hitlerkantate‘ auf eine Dramaturgie irritierender Spiegelungen. Eine junge Jüdin im Untergrund, die dem Nazi-Mädchen Ursula aufs Haar gleicht, wird etwa von einem subversiven Kameramann ins Wochenschaumaterial eingeschleust und lächelt als Inkarnation des völkischen Ideals von der Leinwand.

Jutta Brückner hat einen in Kamera und Schnitt ambitionierten Film gedreht, der sich Zeit nimmt, Ambivalenzen aufzuspüren und neue Fragen zu Liebe und Sexualität in der Nazizeit aufzuwerfen, gelegentlich etwas zu konstruiert und thesenhaft. ‚Hitlerkantate‘ ist ein sperriger Film, der die Hysterie seiner Figuren nicht denunziert. Was bleibt ist eine beunruhigende Geschichte der Gefühle, die von der viel zu wenig erforschten Modernität der Nazis zeugt.“

– Claudia Lenssen –

„Spätestens seit den 1970-er Jahren bieten Literatur und Film diverse Exkurse in das Phänomen der erotisch determinierten Anziehungskraft Hitlers und seiner ‚Bewegung‘ an. Nachgeborene können kaum noch verstehen und auch Zeitgenossen des ‚Dritten Reiches‘ vermögen nur schwer auf den Punkt zu bringen, dass die millionenfache Selbsteingliederung in nationalsozialistische Exerzitien und Verbrechen eben auch sexuelle Dimensionen aufwies. Die tatsächliche oder vermeintliche Teilhabe am Rausch der Macht beinhaltete die Bestätigung der eigenen Potenz, ein Erwecken und Erfüllen von sadomasochistischen Lustmomenten, das Delektieren an der Unterwerfung anderer und sich selbst.

So wenig dieser Satz die Komplexität der damit verbundenen Vorgänge erfassen kann, so schwierig, ja gefahrvoll ist es für einen Film, das Thema gültig zu behandeln. Luchino Visconti hat es in ‚Die Verdammten‘ (1968) vermocht, viele andere sind gescheitert. Nun wagt sich Jutta Brückner, eine herausragende Exponentin des deutschen ‚feministischen Kinos‘, an diesen Diskurs und legt mit ‚Hitlerkantate‘ ein höchst achtbares Ergebnis vor.

Es ist ein Werk, das sich in Geist und Gestalt von allem abhebt, was das bundesrepublikanische Kino in letzter Zeit an so genannten Geschichtsfilmen übers ‚Dritte Reich‘ herausbrachte. Nichts von der Sentimentalität à la ‚Comedian Harmonists‘ oder ‚Rosenstraße‘, nichts von Entschuldungsdramaturgien, die in ‚Marlene‘ oder ‚Der Untergang‘ zu entdecken waren. ‚Hitlerkantate‘ reflektiert knapp, klar und schnörkellos über die Symbiose aus Macht und sexueller Unterordnung. Es ist ein Film zum Diskutieren, nicht zum Einfühlen und sanft Hinwegdämmern. … ‚Hitlerkantate‘ ist ein kompakter, kühler, den Dialog betonender Diskurs. Jeder Satz, jede Bewegung, jeder Zwischenschnitt macht Sinn. Zugleich verfremdet Jutta Brückner das Material, indem sie die Farben entsättigt und den schwarzweißen originalen Dokumentarszenen anpasst, die ihre Geschichte unterfüttern. Bestimmte Gesichter oder Landschaften sind farblich herausgehoben: ein Experiment auf der Basis neuer digitaler Bearbeitungstechnik. Ob dieser Film allerdings wenigstens jene Zuschauer erreicht, die sich noch für intellektuell anspruchsvolles Kino begeistern können, ist fraglich: Der Verleih Movienet startet ‚Hitlerkantate‘ mit ganzen zwei Kopien!“

– Ralf Schenk –

„Die Geschichte klingt ein bisschen unfassbar, betont dauern ihre eigene Konstruiertheit und entrollt sich vor unseren Augen mit Humor und den eindrucksvollen Bildfindungen des Kameramannes Thomas Mauch. Hilmar Thate spielt mit atemberaubender Präzision und repräsentiert etwas Väterlich-Bohèmhaftes, das allerlei Anlehnungsfantasien provoziert. Die Trugbilder der weibliche Autonomie und bedingungsloser Hingabe bleiben historisch vermittelt. Die innere Logik hinter den wilden Drehungen der Geschichte entwickelt sich jedoch durch die von Peter Gotthardt komponierte diegetische Musik. ‚Die Musik ist klüger als die beiden Helden. Zum Schluß gibt es eine Zwölftonreihe. Wenn sich beide wie geschlagene Krieger am Klavier einfinden, sind sie musikalisch in der Moderne angekommen. Während draußen auf der Straße zu Hitlers Geburtstag noch Politik nach dem Wagnersound gemacht wird, haben sie das Erlebnis des Scheiterns schon hinter sich, das die anderen Deutschen noch vor sich haben,‘ sagt die Regisseurin.“

– Madeleine Bernstorff –

„Am Straßenrand stehen Hunderte von kreischenden Mädchen; sie jubeln und schreien; sie schwenken Fahnen und Präsente und fallen reihenweise – vor Euphorie und Erschöpfung gleichermaßen – in Ohnmacht. Schon die Eingangsszene von Hitlerkantate weist darauf hin, dass es dem Film weniger um die politischen Dimensionen, als vielmehr um die Führerpersönlichkeit und ihre emotionale Wirkung geht. So ist nicht der Held im Widerstand die Hauptfigur des Films von Regisseurin und Drehbuchautorin Jutta Brückner, sondern eine junge Frau, groß, schlank, blond und blauäugig, die ihr Leben vollständig der nationalsozialistischen Ideologie untergeordnet hat. Am Beispiel der Ursula Scheuner zeigt Brückner, dass sich die Liebe zum Führer durch persönliche Erfahrungen – bis hin zum Verrat – verändern, jedoch niemals völlig ausgelöscht werden kann. Ursula ist hin- und hergeworfen zwischen Leidenschaft, persönlicher Freiheit und Bürgerpflicht, was der Film nicht zuletzt durch seine Bildästhetik zeigt: Die Szenen im nationalsozialistischen Berlin sind hauptsächlich in den Farben der Reichsfahne gefilmt und erzeugen eine kalte Nüchternheit. Sie kontrastieren mit den bunten Aufnahmen im finnischen Landhaus und dem historischen Filmmaterial in Schwarz-Weiß beispielsweise von den Umzügen zu Hitlers 50. Geburtstag, welche einerseits Freiheit und natürliche Leidenschaft suggerieren und andererseits die Begeisterung der Bevölkerung für den Führer zeigen. Und wie Ursula selbst ist auch die Liebesbeziehung der Schülerin zum Lehrer geprägt vom ständigen Kampf zwischen der gegenseitigen Liebe und tiefen moralischen und ideologischen Überzeugungen.“

– Verena Kolb –

„‚Hitlerkantate‘ von Regisseurin und Drehbuchautorin Jutta Brückner beleuchtet das Dritte Reich einmal aus der Perspektive einer jungen Frau. Sie ist blond, hat blaue Augen und den Judenhass gründlich verinnerlicht. Der Führer ist ihr größter Schwarm, am liebsten würde sie sich ihm auch körperlich hingeben. ‚Hitlerkantate‘ widmet sich auf sehr spannende Weise der Aufbruchsstimmung, die sich im Führerkult entzündete. Selten wird man so ungefiltert damit konfrontiert, wie die Menschen damals dachten…. Das Interessanteste an diesem Film ist die durchgehende Spannung, die einen direkt in den Strudel der damaligen Zeit hineinzuziehen vermag. Wie kann das ein Film schaffen, der so theaterhaft, symbolträchtig, kontemplativ daherkommt? Zum einen ist es der Verzicht auf pädagogische Distanz. Jutta Brückner lässt die Figuren lieber authentisch sprechen, etwa wenn Gottliebs Vorgesetzter dessen Einwand, ‚Unsere Ehre heißt Treue‘, damit kontert, das gelte mehr für Deutschland, als für Ursula. Zum anderen sind es die suggestiv komponierten Nahaufnahmen, die Gefühle direkt ansprechen: zum Beispiel die Szene, in der einer Frau die Perlenkette auf den Treppen eines Nazigebäudes reißt und die Perlen kullern… vor das Hakenkreuz. Broch, der als zerrissener, kopflastiger Charakter die schwächste Rolle im Film hat, will Ursula zu seiner abgründigen Muse machen. Einerseits entspricht das der geschichtlichen Wahrheit der Verführung, andererseits aber wäre es nicht nötig gewesen, aus dem blutleeren, in die eigene Innerlichkeit vernarrten Bühnencharakter auch noch den Schürzenjäger zu machen. … Auch die theaternahe Inszenierung wirkt zwiespältig: Dem rauschhaften Zeitgeist kommt sie erstaunlich entgegen. Aber sie lässt auch auf Distanz zu den aufgeputschten Liebesaffären gehen. Gegen Ende schimmert vielleicht dann doch etwas zu viel von Jutta Brückners eigener Geschichtsdeutung durch. Der naiven Ursula wird ein feministischer Schnellkurs verpasst. Aber selbst das tut der Faszination, die dieser um emotionale Analyse bemühte Film ausstrahlt, kaum Abbruch.“

– Bianka Piringer in cinefacts –

Texte

Erotische Duellsituation

Georg Seeßlen: Was geschah, als Ursula durch einen Blick in des Führers Augen in Ohnmacht fiel, in: Fröhlich, Schneider, Visarius (Hrg.): „Das Böse im Blick.“ text und kritik.

Erotische Duellsituation

Georg Seeßlen: Was geschah, als Ursula durch einen Blick in des Führers Augen in Ohnmacht fiel, in: Fröhlich, Schneider, Visarius (Hrg.): „Das Böse im Blick.“ text und kritik.

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