Hungerjahre

Spielfilm 1980
35 mm | s/w | 114 Minuten
Buch und Regie: Jutta Brückner
Kamera: Jörg Jeshel

„Etwas ausrichten, heißt zuerst etwas hinrichten, sich selbst.”

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Preis der Internationalen Filmkritik
FIPRESCI

in Berlin 1980

Preis der deutschen Filmkritik
für den besten Spielfilm
des Jahres 1980/81

Publikumspreis
in Sceaux

Publikumspreis
in Brüssel

Credits

Team

Buch und Regie: Jutta Brückner
Kamera: Jörg Jeshel, Rainer März
Ton: Michael Loy, Michael Mladenovic
Schnitt: Anneliese Krigar
Kostüm: Reinhild Paul, Monika Grube
Musik: Johannes Schmölling

Produktion

Jutta Brückner-Filmproduktion in Koproduktion mit ZDF
Redaktion: Sibylle Hubatschek-Rahn
Gefördert von: Berliner Filmförderung

Cast

Britta Pohland, Sylvia Ulrich, Claus Jurichs, David Ismail, Helga Lehner-Madin, Ismail Mahdu, Cordula Hubrich, Tobias Meister, Hilla Preuss, Heidi Joscho, Max Grothusen, Viola Recklies, Bernd Schnier, Brigitte Hauschild u.a.

Festivals

Internationales Filmfestival Cannes
Internationale Filmfestspiele Berlin/Forum
Internationales Filmfestival Rotterdam
Internationales Filmfestival Figueira da Foz
Internationale Filmfestspiele Locarno
Festival of Festivals St. Petersburg
Filmfestival Brüssel
Internationales Frauenfilmfestival Sceaux
Competition Prix l´age d´or der Kinemathek in Brüssel
u.a.

Im Rahmen von Filmwochen und Retrospektiven, Workshops und Seminaren
Australien, Algerien, Brasilien, Argentinien, Chile, Kanada, USA, Indien, Israel, Ägypten, Dänemark, Italien, Spanien, Portugal, Frankreich, Belgien, Uruguay, Russland, Georgien, Norwegen, Finnland, UdSSR, Österreich, Jugoslawien, Israel, Indien

Basis-Film
DVD: Basis-Film

HUNGERJAHRE ist ein Film über eine Jugend im Deutschland der 50er Jahre, über eine Tochter und eine Mutter und ihre schmerzliche Beziehung von Abhängigkeit, Liebe und Hass.

Es ist 1953: Ursula Scheuner ist 13 Jahre alt, die Bundesrepublik 5. Die Welt der Erwachsenen ist die des Adenauer-Staates, der Fress-, Wohnungs-, Kleidungswelle; ein halbes Land nach einem Krieg – die Zeit der Restauration alter Werte und der Hochschätzung neuer Waren – die Zeit, in der mit dem Wort ‚Freiheit’ alles totgebrüllt wurde. Ursula wird konfrontiert mit der politischen Unentschlossenheit und den privaten Lügen ihres Vaters, dem eisernen Konsumwillen, dem großen Nachholbedürfnis und der angstvollen Sexualfeindlichkeit ihrer Mutter. Ursula liebt ihre Eltern, möchte gern Vaters klügste Tochter und Mutters schönster Sohn sein. Aber was bedeutet es, zur Frau zu werden, in einer Welt, in der Sexualität nur Anlass zu Stammtischwitzen ist?

HUNGERJAHRE ist die subjektive Trauerarbeit einer Tochter. Was geschieht mit den Mädchen, wenn ihre Körper ihnen fremd werden, in Passivität erstarren, weil sie nicht wissen, wie sie werden müssen für die Augen aller anderen und deshalb auch für die eigenen Augen, denn wer wäre jemand, der sich anmaßen würde, ein Urteil zu haben, das aller anderen Urteil in Frage stellt und das mit 14 Jahren!? Aufschwünge enden vor dem nächsten Spiegel und der Weg durch ihn ist versperrt durch Mutters Körper und es ist schwer durch ihn hindurch zu kommen zu etwas noch nicht Bekanntem, Undefiniertem, etwas, das zu erforschen wäre. Ursula träumt: sie gewinnt eine Gestalt dadurch, dass irgendein Mann sagt: ich liebe Dich, ich liebe Dich, wenn Du wüsstest, wie sehr ich Dich liebe! Mit dieser Gestalt würde sie sich herausheben aus einem Leben, in dem ihre Mutter, putzend, waschend, Ordnung machend vergessen will, dass sich nichts eingelöst hat von den Worten, die der Vater gesagt hatte, als er noch ein Mann war und sie eine Frau.

Die Welt schrumpft zusammen auf unerfüllbare Wünsche und lähmende Verbote. Was Ursula auch versucht, Mutters Angst holt sie überall ein – zwei Frauen, die sich weigern, ihre gegenseitigen Erwartungen zu erfüllen und doch aneinander hängen. Hass und Liebe, Wünsche und Träume, Neugier und Sinnlichkeit beginnen sich gegen sie selbst zu wenden. Ursula zieht sich völlig in ihren Kopf zurück, sie weiß nicht mehr, wie sie innen und außen gleichzeitig leben kann. Der Film erzählt die Geschichte eines Mädchens, das erwachsen werden soll und nicht weiß, wie…

Presse

Ursulas unbewältigte Vergangenheit

Il est malaise aujourd’hui de retrouver l’effet – sans doute faudrait-il dire l’affect – provoqué par ce film qu’a sa sortie en 1980, les Cahiers du Cinéma qualifient d’admirable.

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Hungerjahre

Schreiben nicht über den aktuellen Film, sondern über einen, der vor rund 20 Jahren in die Kinos kam, das heißt, Filmgeschichte zu betreiben.

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Bildergalerie

Weiterführende Texte

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